Orthopädische Rehabilitation Orthopädische Rehabilitation für geriatrische Patienten in der Klinik Hoher Meißner
Es geht
nicht darum, zu leben, sondern so gut wie möglich zu leben. Seine Bedeutung rückt mit zunehmendem Alter oder bei Eintritt von Krankheit und Gebrechlichkeit stärker ins Bewusstsein. Orthopädische Rehabilitation für geriatrische Patienten in der Klinik Hoher Meißner, einer Fachklinik für Physikalisch-Rehabilitative Medizin und Schmerzbehandlung mit den Fachbereichen Orthopädie (AHB), Neurologie (AHB) und Innere Medizin in Bad Sooden-Allendorf Nicht selten sind es chronische Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates oder Operation- und Unfallfolgen, die einen bis dahin selbstversorgungsfähigen älteren Menschen in einen Zustand der Immobilität und drohender Pflegebedürftigkeit versetzen. Für diese Patienten bietet die Klinik Hoher Meißner in Bad Sooden-Allendorf ein exakt definiertes und der Lebenssituation des Betroffenen angepasstes Leistungsangebot: Orthopädische Rehabilitation von geriatrischen Patienten – für wen? Nicht jeder über 70- bis 80-jährige Patient ist zwangsläufig auch ein geriatrischer Patient. Der Alterungsprozess unterliegt einer hohen individuellen Schwankungsbreite, abhängig von der genetischen Disposition, den Lebensrisiken und der Lebensführung. Der geriatrische Patient unterscheidet sich von dem älteren Patienten des orthopädischen Fachgebietes durch das Merkmal der sogenannten geriatrietypischen Multimorbidität. Unter diesem Begriff subsummieren sich Immobilität, Sturzgefährdung, Schwindel, unkontrollierter Stuhl- und Harnabgang, Depression und Ängste, Mehrfachmedikation, herabgesetzte Medikamententoleranz, Störung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushaltes, Seh- und Hörbehinderung und chronische Schmerzzustände. Aus dieser Kombination von strukturellen und funktionellen Schäden resultiert die Gefahr entstehender Behinderungen und/oder Pflegebedürftigkeit bzw. erhöhtem Betreuungs- und Pflegeaufwand. In der Praxis kommt es zu manifesten Beeinträchtigungen der Alltagsaktivität auf verschiedensten Ebenen. Dazu gehören u. a. Einschränkungen bei · ►selbständigem Essen und Trinken · ►der persönlichen Hygiene · ►dem selbständigen An- und Auskleiden · ►dem Gehvermögen in Räumen und außer Haus · ►der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel · ►der Kommunikation · ►der Teilhabe am sozialen Leben Ausschlusskriterien für orthopädische Rehabilitation von geriatrischen Patienten sind: · ►fehlende Motivation und Motivierbarkeit des Rehabilitanden · ►fehlende oder unzureichende Belastbarkeit, so dass keinerlei aktive Teilnahme am Therapieprogramm möglich ist · ►Desorientiertheit · ►Blindheit in Kombination mit Taubheit · ►außerordentlich große Druckgeschwüre · ►schwere psychische Störungen Die Grundvoraussetzung für orthopädische Rehabilitation von geriatrischen Patienten besteht darin, dass die Betroffenen, trotz eingeschränkter physischer und psychischer Belastbarkeit, mehrfach täglich an leistungsangepassten rehabilitativen Maßnahmen teilnehmen können. Die größere Hilfsbedürftigkeit wird dabei berücksichtigt. Orthopädische Rehabilitation von geriatrischen Patienten – wann? Orthopädische Rehabilitation von geriatrischen Patienten ist angezeigt, wenn · ►chronische, langsam fortschreitende Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates bestehen, die die Selbständigkeit zunehmend bedrohen oder · ► akute Erkrankungen oder Unfallfolgen vorliegen, die das Kompensationsvermögen des geriatrischen Patienten überfordern und die Fähigkeiten zur Bewältigung des täglichen Lebens soweit einschränken, dass erhöhter Betreuungs- und Pflegeaufwand droht. ►Die häufigsten Indikationen für eine orthopädische Rehabilitation von geriatrischen Patienten bestehen in folgenden Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates: · ►degenerative Veränderungen von Wirbelsäule und Gelenken mit schmerzbedingter Immobilität · ►Osteoporose mit dadurch bedingten Wirbelkörperkompressionsfrakturen · ►Zustand nach hüftgelenknahen Frakturen · ►Zustand nach Endoprothesenversorgung von Hüft-, Knie-, Sprung- und/oder Schultergelenk · ►Zustand nach Gliedmaßenamputationen bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder diabetischem Gefäßleiden · ►Zustand nach immobilisierenden internistischen Erkrankungen mit reaktivem Muskelminus · ► Verlust im sozialen Umfeld (Partnerverlust) mit reaktiver Depression und Immobilität Orthopädische Rehabilitation von geriatrischen Patienten – wie? Unser Rehabilitationsteam steht für den orthopädisch erkrankten geriatrischen Patienten mit höchster fachlicher Kompetenz, Zeit und Einfühlungsvermögen bereit. Um der speziellen Situation des alten und hilfsbedürftigen Menschen gerecht zu werden, kommen komplexe fachübergreifende Behandlungs- und Rehabilitationsangebote zum Einsatz. Am Anfang des Rehabilitationsprozesses steht die Aufgabe, medizinische und psychosoziale Probleme und Ressourcen des älteren Patienten systematisch zu erfassen und zu quantifizieren. Zu Beginn der Rehabilitationsmaßnahme werden geriatrische Assessmentverfahren (z. B. Barthel-Index, Timed up and go-Test, Test nach Tinetti und Uhrenzeichentest) eingesetzt, um Fähigkeitsstörungen auf körperlicher und kognitiver Ebene zu erfassen und im Verlauf zu kontrollieren. Außer den genannten geriatriebezogenen diagnostischen Maßnahmen steht der gesamte Komplex der üblichen diagnostischen Maßnahmen (Labor, Lungenfunktion, EKG, Blutdruckmessung, Blutgasanalyse, Ultraschall, Duplexsonographie, Röntgen, EEG, EMG, ENG, VEP, AEP, Schlafapnoescreening) zum Erfassen internistischer, orthopädischer und neurologischer Erkrankungen zur Verfügung. Gemeinsam mit den Patienten und möglicherweise auch der Angehörigen wird das konkrete Behandlungsziel definiert, zu dessen Erreichen folgende Therapieinhalte eng ineinander greifen: · ► kontinuierliche ärztliche Diagnostik, Behandlung und Teamführung (tägliche Visite) · ►Maßnahmen der Pflege mit Schwerpunkt der aktivierend therapeutischen Pflege · ►Maßnahmen der Krankengymnastik und Bewegungstherapie (Einzelkrankengymnastik 4-6 x pro Woche) · ►Maßnahmen der physikalischen Therapie · ►Ergotherapie (hochfrequent funktionsbezogen und als Kommunikationsgruppe) · ►Maßnahmen der Logopädie · ►neuropsychologische Behandlung · ►psychologische und psychotherapeutische Behandlung (einzeln und in der Gruppe) · ►Sozialberatung (einzeln und als Familiengespräch) · ►Ernährungsberatung · ►ggf. Einleitung des Wundmanagements
Höchste Fachkompetenz, Zuwendung und notwendige Behandlungszeit für den geriatrischen Patienten als Voraussetzung für den Behandlungserfolg. · ►in dem orthopädischen Therapiekonzept für geriatrische Patienten werden rasche Ermüdbarkeit, Stimmungsschwankungen, erhöhter Zeitbedarf und die größere Ängstlichkeit des älteren Patienten berücksichtigt · ►die Übungen sind einfach, klar und deutlich definiert und auf die Verbesserung von Strukturschäden und Funktionsstörungen ausgerichtet · ►die spontanen Leistungsschwankungen im Alter sind bei der täglichen Dosierung der physikalischen Mittel beachtet · ►Geduld und die Fähigkeit zum Zuhören sind ebenso wichtig, wie eine würdevolle Distanz zum älteren Patienten einzuhalten Orthopädische Rehabilitation für geriatrische Patienten – welche Ziele? Das Behandlungsziel für orthopädisch erkrankte geriatrische Patienten besteht darin, die Lebensqualität zu erhalten bzw. zu verbessern und das bestmögliche Maß an Selbstversorgungsfähigkeit zu erreichen Dabei geht es nicht um das Funktionieren eines Organes oder das Heilen einer Fraktur, sondern um das Funktionieren von Organsystemen und des gesamten Menschen auf physischer und psychischer Ebene. Altern bedeutet nicht zwangsläufig Einschränkung und Entbehrung. Alter verbindet sich mit Lebenserfahrung, Weisheit, Ruhe und Zufriedenheit, bewusstem Leben und Lernfähigkeit. Durch abteilungsübergreifende Komplexbehandlung in der Orthopädischen Abteilung der Klinik Hoher Meißner sind im Interesse der Betroffenen folgende konkrete Ziele definiert: · ►ausreichende Mobilität für den Alltag · ►Rückkehr in die gewohnte Umgebung · ►Wiedergewinnung, Verbesserung oder Erhalt der Selbständigkeit bei Verrichtungen des täglichen Lebens · ►Vermeidung von erhöhtem Maß an Pflege- und Betreuungsbedürftigkeit Während der Rehabilitationsmaßnahme wird der orthopädisch erkrankte geriatrische Patient ganzheitlich betrachtet, profitiert vom multimodalen leistungsangepassten Therapieprogramm, so dass er danach bestmöglich seinen Alltag wieder gestalten kann. Die Klinik Hoher Meißner ist eine moderne Fachklinik der Physikalisch-Rehabilitativen Medizin und Schmerzbehandlung mit den Fachbereichen Orthopädie, Neurologie und Innere Medizin. Das Gebäude ist barrierefrei und behindertengerecht ausgestattet. Ein rollstuhlgerechter Hausbus steht für den Transfer in den Ort und zurück zur Verfügung. Kostenträger der Behandlungen sind gesetzliche Krankenkassen, Selbstzahler und private Krankenversicherungen. Wenn gewünscht, kann der Lebenspartner als Begleitperson aufgenommen werden. Weitere Informationen über die Klinik können dem Hausprospekt oder dem Internet unter www.reha-klinik.de entnommen werden. Bei Fragen zur Aufnahme erreichen Sie unser Aufnahmebüro (Frau Sölter und Frau Heidl) unter der Rufnummer 05652 – 55 803. Für weitere Informationen steht Ihnen gern zur Verfügung:
Dr. med. Petra Brückner Fachärztin für Orthopädie, Fachärztin für Physikalische und Rehabiltative Medizin, Akupunktur, Chirotherapie,
spezielle Schmerztherapie,
Sportmedizin
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz. Sie möchten diesen Artikel ausdrucken? Markieren Sie den gewünschten Text, gehen Sie in der Symbolleiste auf "Datei", dann auf "Drucken", danach "Markierung" anklicken und dann erst drucken, denn sonst verlieren Sie durch die nachfolgende Themenübersicht unnötiges Papier
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